Danke Conny...

Ein besonderer Dank geht an meine Frau, die mich in der Ausübung meines Hobbys auf so vielfältige Art unterstützt. Bis hin zu den Broten die mir durch die mitunter langen Nächte helfen.

Aus dem Wunsch heraus meine Ausrüstung leichter zu gestalten, kam als erster Punkt eine Kleinere Montierung auf.

 

Die CEM25 beim Fotoeinsatz. Auch ohne die integrierten Encoder weißt die Montierung eine erstaunliche Laufgenauigkeit auf.

Hierzu befasste ich mich mit der EQ5, der AZ-EQ5 und der CEM25 von iOptron. Schnell wurde klar, dass die iOptron im direkten Vergleich was die Tragfähigkeit im Verhältnis zum Eigengewicht angeht die Nase ziemlich weit vorne hat.

So wurde diese erworben.

Es handelt sich hierbei um eine Äquatoriale Montierung. Die Bezeichnung CEM-25 Herstellers steht für: Center-balanced Equatorial Mount 25lbs also in etwa Zentral ausbalancierte, Äquatoriale Montierung mit 25 amerikanischen Pfund (~11,3 kg) Tragfähigkeit. Und das bei einem Eigengewicht von gerade einmal 4,7 kg für den Montierungskopf.

Die Bauart ist in der Funktionsweise identisch mit einer klassischen deutschen Montierung. Allerdings fällt sofort das etwas eigenwillige Design auf. Durch die unterbrochene Höhenachse werden die Massen von Gegengewicht und Nutzlast auf beide Enden der Stundenachse verteilt. Außerdem wird so der Blick durch den Polsucher in der Stundenachse nicht blockiert.

Die Montierung wurde vom Hersteller auf eine hohe Laufgenauigkeit hin konstruiert. So musste der Bedienkomfort ein wenig leiden. Es gibt keine Klassischen Rutschkupplungen. Um die Achsen (zum Ausbalancieren zum Beispiel) frei bewegen zu können, wird im Grunde die Schnecke aus dem Schneckenrad gerückt. Funktioniert recht gut, ist aber etwas gewöhnungsbedürftig. Außerdem ist durch das doch echt kleine Stativ der Einblick in den Polsucher etwas sportlich. Hier werde ich mir von meiner Frau ein paar Yoga-Stunden geben lassen.

Auf der anderen Seite überzeugt die Montierung mit einer Menge durchdachten Features und Eigenschaften:

  • Der Polsucher dreht sich nicht mit und ist bei beliebiger Teleskopstellung immer gleich einzusehen.
  • Die Position für Polaris im Polsucher wird als Grafik in der Handbox angezeigt. Allerdings empfehle ich die Investition von 99ct in die iOptron-App.
  • Die Handsteuerung ist mit ihren vier Zeilen sehr übersichtlich und gut zu bedienen.
  • Von Haus aus ist GPS integriert welches von mir direkt als extrem praktisch befunden wurde (das Ständige Einstellen von Datum und Uhrzeit und natürlich dem Ort fallen weg)
  • In der Handbox können Benutzerobjekte nach Koordinaten abgelegt werden
  • In der Handbox können benutzerdefinierte Kometen mit Bahndaten abgelegt werden. Diese werden dann jederzeit korrekt angefahren.

Ich habe mir die Montierung gleich mit dem Passenden Koffer bestellt. Was sich als gute Entscheidung rausgestellt hat. In dem Koffer befindet im Grunde nur ein zweiter Satz der Transportpolsterung aus dem Karton als Polsterung. Allerdings bietet dieser ja einen optimalen Schutz für den wertvollen Inhalt. Im Alltäglichen Gebrauch findet außer dem Stativ alles Platz was man braucht: 

  • Montierung
  • Gegengewicht
  • Handbox
  • Netzteil
  • Spreizplatte für das Stativ
  • Gegengewichtsstange
  • Kabel zur Stundenachse
  • Schnittstellenkabel
  • Kabel zur Polsucherbeleuchtung

Der Inhalt ist Aufgeräumt und gut Transportabel. Wie schon erwähnt ist lediglich das Stativ einzeln dabei. Aber das ist auch recht kompakt und mit rund 5 kg auch noch recht leicht.

Die Verarbeitung und die Qualität der Montierung und des Stativs haben mich sehr positiv überrascht. 

Aber so richtig erstaunt war ich bei dem ersten Fotoeinsatz. Ich würde ja gerne auf die Geräuschentwicklung Bezug nehmen, aber es gibt kaum eine. Wenn man ganz genau hin hört, kann man beim verfahren ein ganz leises Summen vernehmen. Allerdings geht das fast unter jedem Notebook-Lüfter unter.

Die Positioniergenauigkeit hat mich auch ein wenig erstaunt. Natürlich ist es bei einem Gesichtsfeld von rund 2,5° keine Kunst, ein Objekt in die Mitte der Montierung zu bringen. Aber dass das Objekt nur rund 5 Bogensekunden (nach automatischem Meridian-Flip) von der ursprünglichen Position abweicht finde ich schon richtig gut.

Noch beeindruckender fand ich die Nachführgenauigkeit. Diese gibt der Hersteller mit einem RMS von <1,5" an. Im PHD-Guiding läuft die Montierung allerdings stabil mit einem RMS von sogar <1,2" über weite Strecken sogar <1". Für so eine kleine, mobile Montierung ist das eine ordentliche Leistung.

Alles in allem bin ich von der Montierung begeistert. Und so musste ich auch feststellen, dass sobald ich genug Kleingeld übrig habe, meine EQ6 auch ausrangiert und gegen die große Schwester, die CEM60 ausgetauscht wird.