Ich habe mir mitlerweile eine DMK 21AU04.AS von The Imaging Source zur Verwendung als Guidingkamera zugelegt.

Nach einer gewohnt erstklassigen Beratung von Herrn Thurner war die DMK 21 mit dem 'alten' Chip das Mittel der Wahl. Das Nachfolgemodell ist zwar wesentlich Lichtempfindlicher, aber auch deutlich teuerer.
Das warten auf das Paket war wie immer schlimmste. Aber kurz nach Feierabend wurde direkt zur Packstation gedüst und das Paket abgeholt. Um 15:22 Uhr hielt ich es endlich in meinen Händen. Nun ab nach Hause und los ging es mit den Überaschungen.

Nach dem öffnen des Pakets zeigte sich ein gut verpackter Produktkarton.
In diesem ging es dann gleich weiter. Mitten in dem sehr nüchtern gehaltenem Karton liegt ein ziemlich kleines, in eine silber Metallbeschichtete Tüte eingeschweißtes Irgendwas und der 1 1/4"-Adapter. Zwinkernd
Unter der Pappverkleidung in der Schachtel lagen noch neben der notwendigen Konformitätserklärung eine Schnellinstallationsanleitung, ein USB 2.0-Kabel mit rund 1,5m Länge und die Treiber-CD. Erfreulicherweise keine Werbung, kein Schnickschnack kein überflüssiger Papierkram.Lachend
Nachdem ich die DMK von ihrer silbernen Folie befreit habe, war ich über ihr relativ hohes Gewicht erstaunt. Aber das Metallgehäuse wird sich sicherlich positiv auf die ungekühlte Kamera auswirken.

Bei der Kamera selbst setzt sich die Einfachheit in der Gestaltung fort. Ein verschraubter Quader. Ein Gewinde für den Steckadapter vorne und ein USB-Anschluss hinten.
Keine LED's, Spannungsanschlüsse oder ein mit hübschen Rundungen designtes Gehäuse.
Bei so viel Einfachheit wundert es mich fast, dass die Kamera sogar lackiert und der Karton bunt bedruckt ist. Cool

Nun zur Installation.
Mittlerweile gehöre ich zu den Menschen, die sich tatsächlich ERST die 'Quick Installation Guides' anschaut. Das erspart einem unter Umständen nicht zu wenig Ärger bei der Installation, was mich auch schon zu ersten Thema bringt:
Die Schnellanleitung kommt quasi ohne Worte aus und ist mit einem Blick selbsterklärend.
  1. Kamera einstecken
    1. Windows-Meldungen ignorieren
  2. Treiber-CD einlegen
  3. Treiberinstallation starten
  4. Capture-Software installieren
fertig.
Wie gerade einmal 38 Minuten nachdem ich die Sendung aus der Packstation entnommen hatte, lief die Kamera bereits.
Rekordverdächtig.

Da ich die Kamera als Guidingkamera verwenden möchte, habe ich direkt einmal getestet wie gut die Kamera von verschiedenen Guidingprogrammen unterstützt wird. Da ich mit dem Guiding NOCH keine Erfahrungen habe, möchte ich die folgenden Programme antesten. Die sind in der Reihenfolge Aufgeführt in der ich vorhabe diese zu verwenden:
Vorzugsweise möchte ich Guidemaster verwenden. Doch nun zum eigentlichen Vergleich:
Ein Test der Kamera 'am Himmel' steht leider noch aus, wird aber nachgereicht sobald Wetter und Mond mitspielen. Aber nachdem sich die Kamera beireits tausendfach in den Anwendungsgebieten bewährt hat, bin ich zuversichtlich. Zwinkernd

Auf jeden Fall habe ich erst einmal für den ganzen Kabelsalat und die Kamera meine zwei 'alten' Systainer hergerichtet:
SystainerMir ist klar, dass ich in dem Systainer viel Platz verschenke.
Allerdings habe ich so immer noch etwas Platz, fals noch etwas dazu kommen sollte.
So ein Einsatz ist ja schnell geschnitten.




Nach nunmehr 11 Monaten kann ich nun auf einen kleinen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Meine ersten Guidingversuchen habe ich mit Guidemaster arbeiten wollen. Allerdings habe ich nach massiven Problemen beim Einrichten und einem de Facto nicht existierenden 'Support' das ganze aufgegeben und bin auf MetaGuide umgestiegen.

Nachdem sich gezeigt hatte dass mein ursprünglicher Aufbau absoluter Mist war und ich diese Probleme mitlerweile beheben konnte, habe ich mit MetaGuide erfolgreich Guiden können.

Mitlerweile bin ich allerdings auf den PHD-Guider von StarkLabs umgestiegen. Dieses hatte für mich zwei einfache Gründe:
  1. Das Programm ist einfach und übersichtlich in der Bedienung und Verwendung
  2. Es arbeitet mit der Software zur Aufnahmesteuerung Nebulosity des gleichen Programmierers zusammen und ermöglicht so z.B. eine Unterbrechung des Guidings während der Datenübertragung oder Dithering

Die Kamera selbst überzeugt einfach durch ihre hohe Empfindlichkeit.
Bei den Aufnahmen von NGC7293 habe ich mit meinem 80 f/5 FH-Refraktor mit nur 2 Sekunden Belichtungszeit problemlos auf den nur +9,94 Mag 'hellen' HD213056 guiden können.

Für jeden der eine leistungsstarke und doch relativ günstige Guidingkamera sucht, dem kann ich diese nur ans Herz legen.

Mitlerweile gibt es ein Nachfolgemodell mit einem empfindlicheren Chip. Dieser hat zwar bei gleichen Belichtungszeiten ein etwas ungünstigeres Rauschverhältnis, allerdings sind bei durch die höhere Empfindlichkeit des Chips die Belichtungszeiten auch wieder wesentlich kürzer.

Hoffentlich konnte ich euch weiterhelfen.

Gruß
Bernd