Nachdem ich Anfang Mai einen Kollegen in Ulm zu einem Grillabend mit anschließendem Beobachten besucht hatte kristalisierte sich ein kleines Problem mit meinem gekürzten OAZ heraus. Teleskop auf der Dachterasse in Ulm
(Die Terasse ist oben auf dem 'Stadtregal' in Ulm. Herrliche Aussicht.)
Das Problem ist auf dem Bild zwar zu sehen, aber nur schwer zu erkennen. Daher habe ich mal eine kleine Ausschnittsvergrößerung gemacht:
Vergrößerung
Die Okulare können nicht mehr richtig in das Reduzierstück eingesetzt werden, weil ich dann nicht mehr Fokusieren kann.

Natürlich kann ich nun einfach hergehen und die Okulare nicht ganz in die Hülse stecken. Aber einen solchen Weg finde ich nicht richtig.
Also habe ich mir ein paar Gedanken gemacht wie man das Problem sonst noch elegant lösen könnte.
Am besten gefiel mir die Idee, einfach eine neue Reduzierung zu drehen, bei der der äußere Auflagering einfach entsprechend höher ausgeführt ist. Aber da gab es bei der Ausführung ein kleines Problem: Mir steht kein Drehstal für Innengewinde zur Verfügung.
Also; eine neue Idee muss her.
Dann kam mir die Idee einen Distanzring zu drehen. Mit diesem kann ich relativ einfach die Reduzierung selbst entsprechend kürzer spannen.
Man sieht allerdings direkt, dass dann der Bereich, in dem die Hülse gespannt wird nur noch sehr kurz ist.
Aber auch hierzu hatte ich eine Lösung parat.

Distanzring

Verlängerung

Da meine Reduzierung glücklicherweise über ein Filtergewinde verfügt, habe ich mir einfach einen Ring mit 2"-Aussendurchmesser und einem M48x0,75-Aussengedinde an einem Ende gedreht.
Dieser lässt sich einfach in die Verlängerung schrauben und es kann wieder mit der urspünglichen Länge gespannt werden.
Nun gibt es ja wieder das Problem, die Filter einzusetzten.
Am meisten beobachte ich mit den Hyperionokularen welche ich an der 1,25"-Hülse spanne.
Da ich Vorzugsweise mit 2"-Filtern in der Reduzierung arbeite, damit ich nicht bei jedem Okularwechsel den Filter hin- und herschrauben muss stünde mir ja nun wieder kein Filtergewinde zu Verfügung.
Aber hier kommen die durchdachten Astronomik-Filter ins Spiel.
Die Filter von Astronomik (die von Baader meines Wissens aber auch) verfügen auf einer Seite über das 'eigentliche' Filteraussengewinde M48x0,75 und auf der anderen Seite des Glases noch einmal über das gleiche als INNENGEWINDE.
Diese Tatsache ermöglicht es mir, meine Verlängerung direkt in den Filter zu schrauben.
Es ist natürlich wieder etwas mehr schrauberei auf dem Feld, aber sind wir mal ehrlich:
Wie oft pro Objekt werden die Filter gewechselt?

Mit filter

Übersicht

Hier sind die beiden Teile in der Übersicht zu sehen.
Für beides zusammen habe ich etwa 2-2,5 Stunden an der Drehmaschine verbracht. Saubermachen eingerechnet. Ich finde das ist noch ok.

So. Das wars nu wieder an neuen Bastelarbeiten. Es fällt auf, dass alle Flächen noch Alu-Blank sind.
Ich möchte die Teile (zumindest Innen) die Tage noch Matt-Schwarz 'grundieren' und alle Flächen mit dem beliebten DC-Fix-Velour auskleben.
Aber als ich da so an der Drehbank stand, habe ich mir überlegt, ob ich mir eigentlich einen Adapter von T2>2"-Steck kaufen soll, ober ob man den nicht auch selbst drehen kann... Der kostet immerhin 26€...
Also hab ich noch mal den Gewindedrehstahl eingespannt:
Adapter oben Adapter unten
Jetzt muss er nur noch passen. Zwinkernd Was ich mangels T2-Zubehör leider noch nicht testen konnte.