Danke Conny...

Ein besonderer Dank geht an meine Frau, die mich in der Ausübung meines Hobbys auf so vielfältige Art unterstützt. Bis hin zu den Broten die mir durch die mitunter langen Nächte helfen.
Bei meinen letzten Aufnahmeversuchen musste ich feststellen, dass die Einstellung des Azimut bei der EQ6 nur sehr unzureichend ist.
Wer mich kennt, weiß dass das förmlich einer Kampfansage gleich kommt. Zwinkernd
Solange ich sehe, dass ein Problem kostengünstig und einfach behoben werden kann, dann wird auch gleich getan. Beim fotografieren muss die Montierung ja wesentlich genauer eingestellt werden wie beim visuellen beobachten.
Das schließt auch das genaue einstellen der Nordrichtung ein. Die standardmäßig eingesetzten Drehgriffe sind zwar zweckmäßig, aber nicht geeignet um das ganze feinfühlig einzustellen.
Von meinem Neffen bekam ich zu Weihnachten völlig überraschend einen Miniatur-Ratschekasten geschenkt:
WerkzeugDa kam mir der Gedanke, dass ich die Drehgriffe einfach gegen zwei M10er Schrauben austausche. Aber da stieß ich auf das erste Problem: eine normale M10-Schraube hat einen 8mm-Inbus-Antrieb. Das Sortiment geht aber nur bis 6mm. Das Problem wurde einfach durch den Einsatz von Senkkopfschrauben gelöst. Bei diesen ist der Antrieb im Regelfall immer eine Nummer kleiner. In diesem Fall habe ich eben einen 6mm-Inbus und kann somit meine Ratsche verwenden. Durch den Hebel der Ratsche kann man auch bei größerem Kraftaufwand noch genau einstellen. Und der Kraftaufwand ist nicht zu unterschätzen, wenn Montierung, Gegengewichte, Teleskop, Kameras, Sucher,... montiert sind.
Gedacht, getan: das Einstellen des Azimutes ging nun etwas besser von der Hand.
Leider musste ich feststellen, dass es immer noch Problematisch war. Mein Verdacht war, dass sich der Eckige Azimutzapfen hin und her bewegt. Zum einen liegt es an dem butterweichen Chinastahl, der schon deutlich sichtbare Abdrücke von den 8.8er-Schrauben trägt und zum anderen liegt es an dessen Befestigung. Der Zapfen wird in ein M10-Gewinde geschraubt. Außerdem wird er mit einer kleinen (nicht genormten) flachen Mutter gekontert.
Als Lösung habe ich mir einen neuen Zapfen aus Werkzeugstahl gedreht. Hier die beiden Zapfen im Vergleich:
AusgebautEingeschraubt
Auf dem alten, schwarzen Zapfen sind deutlich die Abdrücke zu sehen. Auf dem neuen Zapfen erkennt man deutlich die beiden angeschliffenen Schlüsselflächen. Mit deren Hilfe lässt sich das Teil Problemlos mit einem 17er Maulschlüssel eindrehen und richtig fest anziehen. Schraubensicherungslack wäre zweckmäßig, aber leider gerade nicht zur Hand. Sollte aber auch so gehen.
Hier noch eine Detailaufnahme vor dem abschleifen:
Detail
Zum einen hat der Zapfen eine wesentlich günstigere Auflagefläche und ist in dem großen Durchmesser relativ lang gehalten. Nach oben ist bewusst eine Fase gedreht worden, um Spannungen zu reduzieren und zusätzlich Stabilität zu bringen.
Die runde Form am Oberteil wurde nicht nur gewählt, weil sich diese leichter herstellen lässt, sondern auch weil dann der Einschraubwinkel egal ist. Nebenbei wird auch noch die Fläche, und damit der Reibungswiderstand, mit der die Einstellschrauben auf dem Zapfen laufen erheblich reduziert.
Außerdem ist das Bauteil auf etwa 40-43 HRC gehärtet. Dadurch wird das Durchbiegen weiter reduziert und das Einlaufen der Schrauben reduziert, da die Edelstahlschrauben doch wesentlich weicher sind.
Ob die gewünschten Verbesserungen erzielt wurden muss leider erst der Praxistest zeigen, aber ich bin sehr zuversichtlich.

FAZIT:
Heute hatte ich Gelegenheit mal das ganze aufzubauen und zu testen. Es ist genau so wie ich es erhofft habe.
Die Schrauben lassen sich wesentlich leichter drehen als vorher
Es lässt sich reproduzierbar einstellen: wenn ich die eine Schraube eine viertel Umdrehung löse, kann ich die andere eine viertel Umdrehung reindrehen. Das ist schon mal richtig gut...
Nach der Demontage waren an dem Zapfen lediglich die Spuren zu sehen wenn Metall auf Metall reibt. Keine 'Abdrücke', tiefe Kratzer oder sonstwas.
Im großen und ganzen ist das so gelaufen wie erwartet.
Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert.